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Leipziger Volkszeitung, 29. August 2005 Noch nicht reifAus eigenem Antrieb lernt man am besten. Diese Erfahrung hat sicher jeder schon gemacht, der sich ein neues Wissensgebiet erschließt. Bei der Sudbury-Schule wird dieses zum Prinzip erhoben. Die Schüler bestimmen selbst, was, wie, womit und mit wem sie lernen. Dass das ganz ohne Lehrer, feste Unterrichtszeiten oder gewisse Zielvorgaben funktioniert, ist schwer vorstellbar. Deshalb ist es verständlich, wenn sich das Regionalschulamt damit nicht so recht anfreunden kann.
Mag sein, dass das Sudbury-Konzept den natürlichen Forscherdrang von Kindern ausnutzt, lebenslanges Lernen und Unternehmertum fördert. Dem Trägerverein ist es jedoch nicht gelungen, der Behörde die Vorzüge des Konzeptes gegenüber dem klassischen Bildungswesen glaubhaft zu machen. Letzteres ist zwar reformbedürftig, aber wohl noch nicht reif für derart ungewöhnliche Wege. Ob Schulpflicht oder Elternwille schwerer wiegen, muss sich nun zeigen.
Matthias Orbeck |