Pressemitteilung vom 10.11.2005Nena im ZDF: Für Sudbury-Schulen in DeutschlandLeipziger Verein sieht sich im AufwindIn der Sendung Johannes B. Kerner vom 09.11.2005 hat sich die Sängerin Nena erstmals klar zu der Notwendigkeit von Sudbury-Schulen in Deutschland geäußert. Ihr Leben lang träume sie von Schulen, wo die Schüler selbst für sich entscheiden, was, wie und mit wem sie lernen. Hier wählen sie ihre Lehrer und feuern sie. Sie wies darauf hin, dass solche Schulen schon in vielen Ländern der Erde seit über 30 Jahren Wirklichkeit sind. „Das sind die Sudbury-Schulen“, sagte sie.
Die Kernfrage von Bildung ist nicht die Schule, sondern der Mensch. „Ich bin davon überzeugt, dass man Kinder gleichwertig betrachten muss und nicht, nur weil sie in einem kleineren Körper stecken, von oben auf sie herabsehen darf.“ Sie berichtete, dass sie mit einer Projektgruppe an der Gründung einer Sudbury-Schule arbeitet und auch schon „mit CDU und SPD gesprochen“ habe. Im kommenden Jahr soll ihre Schule in Hamburg eröffnen.
Der Verein Sudbury-Schule Halle-Leipzig e.V., dessen Bemühungen um die rechtliche Einordnung seiner Schule bisher nicht erfolgreich waren, begrüßt Nenas öffentliches Bekenntnis zu dem von ihm geplanten Schulmodell. „Es ist ein weiterer Beitrag zur Normalität des Sudbury-Schulmodells in Deutschland“, erläuterte Vereinsvorsitzender Uwe Hartung die Bedeutung von Nenas Auftritt für sein Schulprojekt. „Das Interesse der Öffentlichkeit an unserem Schulprojekt wächst nach wie vor. Die Eintragungen für den Bezug des Newsletters schnellen in die Höhe. Trotz der gegenwärtigen Rechtsunsicherheiten ist die Schülerzahl im Steigen begriffen. Es kommt darauf an“, so Hartung, „dass die Sudbury-Schulen in diesem Land als eine Bereicherung der Schullandschaft verstanden werden, deren Existenz ebenso berechtigt ist wie die von Waldorf-, Montessori- oder Freien Alternativschulen.“
Viele der engagierten Leipziger Familien betreiben zur Zeit auf privater Basis ein Bildungsnetzwerk mit einem Lernzentrum und 13 peripheren Lernorten, in dem sich 25 Schüler von 3 bis 16 Jahren nach den Prinzipien der Freiheit und persönlichen Verantwortung entfalten können. Sie nutzen in den Schulversammlungen selbstbewusst ihre Gleichberechtigung mit den beteiligten Erwachsenen, die hier Begleiter heißen. Auf das Betreiben mehrerer Schüler hin wird es schon im Februar 2006 die erste Begleiterwahl geben. Das Wahlkomitee, bestehend aus vier Schülern und einem Begleiter, wird dazu demnächst eine Ausschreibung veröffentlichen. www.sudbury-hl.de
2607 Zeichen Die Veröffentlichung dieses Pressetextes ist honorarfrei. Leipzig, den 10.11.2005 |